Geschäftsbericht 2018

Interview clevergie ag

Nachstehend können Sie das Interview mit unserer Tochterfirma "clevergie ag" aus Wyssachen einsehen. Neben dem Geschäftsführer der clevergie ag, Lukas Meister, steht der Leiter Bereich Vertrieb der IB Langenthal AG, Stefan Schaad-Meer, Red und Antwort.


 

Intelligente, einzigartige Lösungen - Angebote ergänzen sich auf ideale Art


 

Stefan Schaad-Meer und Lukas Meister sind überzeugt, dass Kunden von einer Kombination aus zentraler und dezentraler Energieversorgung am meisten profitieren. Wie das geht, beantworten die beiden Experten zum Start der neuen Partnerschaft.


 

Stefan Schaad, seit Frühling 2018 ist die IB Langenthal AG (IBL) als Hauptaktionärin an der clevergie ag beteiligt. Wie ist die Partnerschaft entstanden?
Stefan Schaad-Meer: Wir haben mit Lukas Meister und clevergie in den vergangenen Jahren oft gemeinsame Projekte im Bereich der Solarenergie realisiert, zum Beispiel die Photovoltaikanlage bei einer Autogarage in Langenthal. In dieser Zusammenarbeit hat sich immer wieder gezeigt, dass wir mit unseren Unternehmen eine ähnliche Philosophie verfolgen.

Ist das nicht ein Widerspruch? Als klassisches Stromunternehmen ist die IBL doch eine Konkurrentin der clevergie ag, die voll auf Solarstrom und dezentrale Netze setzt?
Schaad: Eben gerade nicht. Unser Kerngeschäft bei der IBL ist die Energieversorgung, egal ob klassisch zentral oder dezentral. Aus unserer Sicht ist es für den Erfolg der Energiestrategie von zentraler Bedeutung, dass das zentrale System
mit den dezentralen Energielösungen zusammenarbeitet. Es braucht beides.

Wenn jeder seinen eigenen Strom auf dem Hausdach produziert, geht Ihnen doch die Arbeit aus!
Schaad: Nein. Im Industriesektor geht das nicht auf, auch nicht bei gewerblichen Grossverbrauchern. Hier wird es auch in Zukunft eine leistungsfähige zentrale Versorgung brauchen. Bei den Privathaushalten sieht es anders aus. Hier braucht es im Minimum das zentrale Netz als eine Art Versicherung. Stellen Sie sich vor, es ist Winter, und wir haben Hochnebel: Da ist es sinnvoll, wenn die fehlende Energie ganz normal bezogen werden kann. Denn es ergibt wirtschaftlich und ökologisch keinen Sinn, wenn jeder zu 100 Prozent energieautark leben würde.

Weshalb?
Lukas Meister:
Weil man viel Infrastruktur parallel aufziehen müsste – welche beim Nachbarn vielleicht schon verfügbar ist. Es geht darum, das Optimum aus der zentralen und der dezentralen Energiewelt zusammenzubringen. So erhält man Lösungen, die sowohl ökologisch wie auch kostentechnisch vertretbar sind.

Was bedeutet die Zusammenarbeit für die IBL-Kunden?
Schaad:
Wir können nun sämtliche Energielösungen aus einer Hand anbieten. Damit schaffen wir für unsere Kunden einen echten Mehrwert.

Wie profitiert clevergie von der Zusammenarbeit?
Meister:
Die IBL verfügt über grosse Kompetenzen im Abrechnungssystem. Etwas, das auch bei Eigenverbrauchsgemeinschaften gefragt ist. Sie hat langjährige Erfahrung im Messwesen. Die zentrale sowie die dezentrale Energieversorgung beginnen nun zu verschmelzen. Durch die Zusammenarbeit sind für unsere Kunden bessere Lösungen möglich, als wenn wir gegeneinander arbeiten würden. 

Sie beide sehen auch grosses Potenzial in der Sonnenenergie: Wo liegt dieses genau?
Schaad:
Ich sehe die Zukunft vor allem in Mehrfamilienhäusern, wo Photovoltaik grossflächig und gleichzeitig ästhetisch – etwa im Zusammenspiel mit Holz – in die Fassade eingelassen wird. Ein schönes Beispiel dafür ist das topmoderne Betriebsgebäude der clevergie ag in Wyssachen. 

Meister: Die Energiestrategie 2050 sieht eine Versorgung mit erneuerbarer Energie vor. Hierbei hat die Sonnenenergie das grösste Potenzial von allen Energieformen. Insbesondere Privathaushalte profitieren mit einer eigenen Produktionsanlage
von tieferen Energiekosten und dem guten Gefühl, damit etwas für die Umwelt zu tun. Dank der Partnerschaft mit der IBL verfügen wir über eine einzigartige Lösung für Wärme, Strom und E-Mobilität, verbunden mit intelligenten Dienstleistungen, die für alle Sinn ergeben.

Hat die IBL mit der Partnerschaft das goldene Ei der Energiewende gefunden?
Schaad:
Zumindest ein sehr innovatives Angebot. Wir sind sehr glücklich, dass es uns gelungen ist, diese zukunftsträchtige Partnerschaft einzugehen.