Produzieren Sie schon Ihren eigenen Strom?

Die erneuerbaren Energien sind ein zentrales Element unserer Energiezukunft. Möchten Sie selber Strom produzieren und diesen selber verbrauchen oder ins Netz der IBL einspeisen? Gerne beraten wir alle Stromproduzenten, ob Einzelperson oder Firma spielt dabei keine Rolle. 

 

Unsere Leistungen

Wir unterstützen Sie als Stromproduzenten mit den folgenden Dienstleistungen:

  • Persönliche, neutrale Beratung für alle Arten von Produktionsanlagen (z. B. PV, WKK)

  • PV-Contracting für Anlagen ab 100 kWp 

  • Prüfung des Anschlussgesuches, Netzplanung und Messung 

  • Anlagebeglaubigung bis max. 30 kWp 

  • Abnahme der Anlage (Werkkontrolle)

 

Eigenverbrauch vs. Direkteinspeisung

Über die Art und Weise der Nutzung des von Ihnen erzeugten Stroms bestimmen Sie. Sie können diesen vor Ort selber verbrauchen (Eigenverbrauch) oder auch vollständig in das Netz der IBL einspeisen (Direkteinspeisung).

Eigenverbrauch für Anlagen < 30 kVA

Der Strom wird von den Photovoltaik-Modulen als Gleichstrom erzeugt und im Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt. Bei einer Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung kleiner als 30 kVA ist eine separate Messung der Produktion nicht vorgeschrieben. Daher kann bei diesen Anlagen anhand einer sog. Hinterspeisung der Gesamtverbrauch mit einem Zähler gemessen werden. Gesetzlich ist dies beim Modell Eigenverbrauch bei Anlagen mit einer Leistung von weniger als 30 kVA möglich. Der vom BFE empfohlene, private Produktionszähler fällt dann weg.

Die eingespeiste und bezogene Strommenge wird vom Zähler miteinander verrechnet und saldiert. So wird der produzierte Strom vom Stromverbrauch im gleichen Zeitraum subtrahiert. Auf der Rechnung der IBL erscheint lediglich die Energiemenge, welche über die selber produzierte Energiemenge hinaus aus dem Netz der IBL bezogen und/oder welche nicht zeitgleich zur eigenen Produktion verbraucht und somit in das IBL-Netz eingespiesen wurde. 

 

Eigenverbrauch < 30 kVA

Eigenverbrauch für Anlagen > 30 kVA

Mittels eines virtuellen Zählers, der über den Produktionszähler und den Strombezugszähler gelegt wird, werden die eingespeisten und bezogenen Kilowattstunden im 15-Minuten-Takt miteinander verrechnet. So wird der produzierte Strom vom Stromverbrauch im gleichen Zeitraum subtrahiert. Auf der Rechnung der IBL erscheint lediglich die Energiemenge, welche über die selber produzierte Energiemenge hinaus und/oder welche nicht zeitgleich zur eigenen Produktion verbraucht wurde. Für die virtuelle Messung sind zwei fernausgelesene Lastgang-Zähler notwendig.

 

Direkteinspeisung / KEV

Eine Direkteinspeisung ist für die Vermarktung der gesamten produzierten Energiemenge mit Herkunftsnachweisen (kurz HKN) bei kostendeckender Einspeisevergütung (KEV) oder an Dritte zwingend vorgeben. 

Ein Produktionszähler erfasst die Anzahl der erzeugten Kilowattstunden, die in das IBL-Netz eingespeist werden. Ein Strombezugszähler erfasst unabhängig davon den Strom, der über das Netz der IBL bezogen wird. Der Stromproduzent, der den gesamten von der Photovoltaik-Anlage erzeugten Strom in das Netz einspeist, bekommt einerseits diese Energie pro kWh anhand des Einspeisetarifs der IBL oder die KEV von der Swissgrid vergütet. Andererseits bezahlt er für die von der IBL bezogenen kWh den entsprechenden Stromtarif. Ist die Photovoltaik-Anlage grösser als 30 kVA ist ein fernausgelesener Lastgang-Zähler gesetzlich vorgeschrieben.

 

Netznutzungsentgelte für Prosumer

Die IBL ist als Netzbetreiberin verpflichtet, auch bei Endverbrauchern mit Eigenverbrauch jederzeit die gesamte Stromnetzinfrastruktur vorzuhalten – insbesondere für den Fall eines Ausfalls der Stromproduktionsanlagen. 

Gemäss Stromversorgungsverordnung (kurz StromVV) können Eigenverbraucher mit einer Produktionsanlage (sog. Prosumer, Konsument und Produzent gleichzeitig), deren Anschlussleistung 10 kW übersteigt, in eine separate Kundengruppe eingeteilt werden, wenn das Bezugsprofil aus dem Netz erheblich abweicht von demjenigen anderer Endverbraucher. Für diese separate Kundengruppe kann ein spezifisches Netznutzungsentgelt in Rechnung gestellt werden. Bei sich erhöhender lokaler Stromproduktion behält sich die IBL daher die Einführung eines separaten Netznutzungsentgeltes für Eigenverbraucher vor.

Förderung Bund

Der Bund hat mit der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) und der Einmalvergütung (EIV) zwei Instrumente geschaffen, um die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien zu fördern. Da die Fördermittel nicht ausreichend sind, ist eine lange Warteliste entstanden. Wer sich heute für die KEV anmeldet, hat nur wenige Chancen, dereinst tatsächlich eine Vergütung zu erhalten. Seit 2014 besteht die Möglichkeit einer Einmalvergütung, aber auch vor diesem Fördertopf ist eine Warteschlange entstanden.


Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) 

Bei einer Aufnahme der Anlage in die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) wird der Vergütungstarif für die produzierte Energiemenge in Rp./kWh anhand des Datums der Inbetriebnahme festgelegt und ändert sich über die vorgesehene Betriebsdauer nicht.


Einmalvergütung (EIV)

Mit der Einmalvergütung (EIV) hat der Bund ein weiteres Instrument für die Förderung von kleineren Photovoltaik-Anlagen eingeführt. Der Bauherr erhält 20 bis 30 % der Investitionskosten vergleichbarer Referenzanlagen. Dieser Betrag wird einmalig und relativ rasch nach Inbetriebnahme der Anlage ausbezahlt. Anlagen zwischen 10 kWp und weniger als 30 kWp haben ein Wahlrecht zwischen Einmalvergütung (EIV) und Rückspeisevergütung (KEV). Wer heute eine Photovoltaik-Anlage für die KEV anmeldet, hat keine realistische Chance mehr, in die Förderung aufgenommen zu werden. Deshalb empfiehlt es sich, auch für grössere Projekte bis 30 kWp die Option der Einmalvergütung zu nutzen.

Vergütung der Energie und des ökologischen Mehrwertes

Rückliefertarife für Energie

Der Strom aus der Produktionsanlage muss vom Netzbetreiber abgenommen und gemäss den gesetzlichen Vorgaben vergütet werden. Die IBL behält sich das Recht vor, die Rückliefertarife für lokal produzierte Energie auf einen marktorientierten Bezugspreis zu reduzieren. Wir empfehlen insbesondere bei Wirtschaftlichkeitsberechnungen für Stromproduktionsanlagen den Marktwert der Energie zu berücksichtigen und nicht die höheren Rücklieferungstarife.

Preisblatt «Vergütung für die Rücklieferung von Strom»


Ökologischer Mehrwert / Herkunftsnachweise HKN

Produktionsanlagen, welche aus erneuerbaren Energien Strom erzeugen, können Herkunftsnachweise (HKN / ökologischer Mehrwert) generieren. Die IBL übernimmt bei Bedarf den ökologischen Mehrwert zu marktorientierten, fairen Preisen. Eine Abnahmepflicht des Netzbetreibers besteht jedoch nicht. Der ökologische Mehrwert kann vom Produzenten auch an Dritte verkauft werden. Produktionsanlagen mit KEV-Förderung treten jedoch sowohl die produzierte Energie, als auch den HKN als Gegenleistung ab und können somit den HKN nicht mehr and Dritte verkaufen. 

Der Verkauf von HKN setzt immer voraus, dass die Produktionsanlage beglaubigt und auf dem HKN-System der Swissgrid aufgeschaltet ist. Zusätzlich muss die Übertragung der HKN vom HKN-Konto des Produzenten auf das HKN-Konto des Abnehmers eingerichtet sein.

Projektablauf - Schritt für Schritt zum Ziel

Um den reibungslosen Ablauf Ihres Projektes sicherzustellen, empfehlen wir den nachfolgenden Ablauf einzuhalten.


1. Vorabklärungen

  • Anlageart und Eignung von Anlagehersteller abklären lassen
  • Grösse, Standort PV-Anlage und Wechselrichter-Typ bestimmen
  • Offerten von Lieferanten einholen
  • Wirtschaftlichkeit und Gesamtkosten für Investition und Betrieb klären
  • Baugesuch einreichen/Baubewilligung bei Standort-Gemeinde einholen
  • Anmeldung für Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) oder für Einmalvergütung (EIV) (www.swissgrid.ch)

2. Anschlussgesuch einreichen

  • Bitte zusammen mit den Beilagen (Situationsplan vom Dach, KEV-Vorgangsnummer, E-Mail-Adresse vom Kunden, technische Angaben) an die IBL senden.

3. Anschlussgesuch prüfen

  • IBL prüft das Anschlussgesuch innert 30 Tagen und stellt dem Antragssteller den Entscheid zu.
  • Die Bewilligung der IBL ist ein Jahr gültig.

4. Installationsanzeige einreichen

  • Auftrag an Elektroinstallateur vergeben
  • Elektroinstallateur erstellt die notwendigen Dokumente
  • Messart bzw. Messkonzept festlegen
    • Wichtig: Messeinrichtung nach Anschlussleistung:
      • EEA >30 kVA mit Lastgangmessung und Fernauslesung

5. Installationsanzeige prüfen

  • IBL prüft und bewilligt die Installationsanzeige, legt den Netzanschlusspunkt fest und berechnet den Anschluss. Die Bewilligung wird dem Antragssteller innert 30 Tagen zugestellt.
  • IBL erstellt gegebenenfalls eine Offerte für den Netzanschluss und stellt sie dem Antragssteller zur Unterzeichnung zu.

6. Anlage installieren

  • Auftrag für Bau der Anlage erteilen
  • Ausführung der elektrischen Installationen terminieren
  • Auftrag für Netzanschluss mit der IBL terminieren
  • Ausführung der Zählerinstallation mit der IBL terminieren
  • Wenn Planvorlage ESTI notwendig, Einspruchsfrist der Genehmigung abwarten

7. Kontrolle und Inbetriebnahme

  • Der Ersteller der Anlage führt die Abnahmekontrolle durch und stellt den entsprechenden Bericht der IBL zu.
  • Der Elektroinstallateur erstellt einen Sicherheitsnachweis (SiNa).
  • Je nach Grösse der Anlage ist mit dem Eidgenössischen Starkstrominspektorat (ESTI) eine Abnahmekontrolle zu organisieren.

8. Beglaubigung der Produktionsanlage

  • Anlagen bis 30 kVA durch die IBL
  • Anlagen > 30 kVA durch eine akkreditierte Konformitätsbewertungsstelle. Eine Kopie der Dokumente ist der IBL zuzustellen.

9. Aufnahme in KEV

  • Bei der Aufnahme in die KEV erfolgt eine Meldung von Swissgrid an den Produzenten.
  • Der Produzent meldet die Aufnahme bei der IBL und überprüft das Messkonzept.
  • Beim Umbau des Messkonzeptes ist eine Installationsanzeige an die IBL erforderlich.