Chlorothalonil

Rückstände im Grundwasser

Was ist Chlorothalonil

Chlorothalonil ist ein bekanntes Pflanzenschutzmittel (Pestizid), welches in der Landwirtschaft (insbesondere im Getreide- und Gemüseanbau) seit den 1970-er Jahren eingesetzt wurde. Damals wurde das Pestizid von den Behörden zugelassen. In der Schweiz ist der Einsatz von Chlorothalonil seit dem 1. Januar 2020 verboten. 

     

Warum wurde der Einsatz in der Schweiz verboten?

Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) hat festgestellt, dass für Abbauprodukte (Metaboliten) von Chlorothalonil keine ausreichenden Daten vorliegen, um deren Unbedenklichkeit zu belegen. Darum werden diese neu in der EU und auch in der Schweiz als potenziell gesundheitsgefährdend eingestuft. 

Im Juni 2019 hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) befunden, dass es bei Chlorothalonil Hinweise für eine Gesundheitsgefährdung gibt. In der Folge wurden einzelne Metaboliten neu als relevant eingestuft. Somit kommt seit anfangs Juli 2019 der vorsorgliche Höchstwert von 0.1 Mikrogramm pro Liter zum Tragen. Das entspricht 1 Gramm in 10 Mio. Liter Wasser (Inhalt von 4 Olympiaschwimmbecken).  

Die Konzentrationen von Chlorothalonil-Metaboliten in Grund- und Trinkwasser liegen in vielen Gemeinden in der Schweiz über dem vorsorglichen Höchstwert. Chlorothalonil selbst wird im Boden zurückgehalten und nur langsam abgebaut. Die entstandenen Abbauprodukte sickern durch den Untergrund und gelangen so ins Grundwasser und somit ins Trinkwasser.

Im Dezember 2019 hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) entschieden, die Zulassung für das Verwenden von Produkten, welche das Pestizid Chlorothalonil enthalten, zu entziehen. Dieses Verbot wird dazu führen, dass die unerwünschten Abbauprodukte dieses Wirkstoffes in unserem Grund- und Trinkwasser sukzessive zurückgehen werden.

     

Besteht eine Gesundheitsgefährdung?

Bei der Einführung dieses vorsorglichen Höchstwertes handelt es sich um eine Vorsichtsmassnahme. Diese Massnahme entspricht dem Vorsorgeprinzip, wie es im Lebensmittelgesetz verankert ist.

Laut den Gesundheitsbehörden besteht auch bei Überschreitung des vorsorglichen Höchstwertes keine Gefährdung für die Gesundheit. Das Wasser kann weiterhin getrunken werden.

        

Wie sieht es mit dem Trinkwasser aus der Wasserversorgung untere Langete aus?

Der Gemeindeverband Wasserversorgung untere Langete WUL entnimmt regelmässig Proben aus all seinen Wasserfassungen und prüft diese auf die verschiedenen Metaboliten. Diese Prüfungen zeigten, dass die vorsorglichen Höchstwerte für einzelne Metaboliten bei allen Bezugsorten überschritten sind.

     

Was unternimmt der WUL?

Umsetzbare Massnahmen für eine rasche Verbesserung der Situation im Trinkwasser – nach mehreren Jahrzenten des Einsatzes dieses Pestizids in der Landwirtschaft – sind nicht möglich. Ein erster wichtiger Schritt wurde mit dem Verbot für Produkte, welche das Pestizid Chlorothalonil enthalten, gemacht. 

Massnahmen des WUL:

  • Der WUL arbeitet eng mit den zuständigen Behörden zusammen
  • Der WUL verfolgt die Arbeit der Eawag (Wasserforschungsinstitut des ETH Bereichs) betreffend Forschung zukünftiger Wasseraufbereitungsmethoden
  • Die Wasserbezugsorte werden weiterhin periodisch untersucht. Damit erhält der WUL über längere Zeit belastbare Daten, welche dann auch die Evaluation und Planung von Massnahmen erlauben würden
  • Der WUL befasst sich mit den aktuell verfügbaren technischen Verfahren zur Aufbereitung

     

     

Links zum Thema Chlorothalonil

Verwendete Begriffe

  • Pestizid: Pflanzenschutzmittel, das hauptsächlich in der Landwirtschaft eingesetzt wird, wie z.B. Chlorothalonil. 
  • Wirkstoff: Der Teil des Pestizids, welcher eine Wirkung auf den Zielorganismus (Schädling) hat. 
  • Metabolit: Abbauprodukt eines Pestizids.